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Di 18. - Do 20. November 2008 - Frankfurt am Main, Messegelände, Halle 5.1

AKTIEN IM FOKUS: Banken rutschen ab - Bear Stearns, Fed-Maßnahmen wirkungslos

17.03.2008 - FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Titel deutscher Banken haben am Montag erneut deutliche Verluste einstecken müssen. Die am Sonntag angekündigte Übernahme von Bear Stearns durch JPMorgan lastete auf der Stimmung.

Auch die verpuffte Senkung des Diskontsatzes durch die US-Notenbank Fed schüre neue Sorgen für den Sektor, hieß es am Markt.

So büßten die Titel der Deutschen Bank gegen 10.10 Uhr 4,94 Prozent auf 98,56 Euro ein, für die Commerzbank ging es um 6,54 Prozent auf 16,86 Euro nach unten. Hypo Real Estate(HRE) rutschten um 7,07 Prozent auf 13,81 Euro ab. Auch die Postbank und Aareal Bank kamen kräftig unter Druck. Der DAX verlor unterdessen ebenfalls deutlich an Wert und fiel um 3,72 Prozent auf 6.211,89 Zähler.

"Wer kann nun noch garantieren, dass sich das Gleiche nicht bei jeder anderen Bank weltweit abspielen kann", beschrieb ein Börsianer die Angst der Anleger. Erschreckend sei auch die Geschwindigkeit, mit der Bear Stearns übers Wochenende rund 96 Prozent an Wert verloren hat. Die drittgrößte US-Bank JPMorgan übernimmt die ins Trudeln geratene Investmentbank Bear Stearns. Der Kauf soll über einen Aktientausch erfolgen, teilte JPMorgan Chase in New York mit. Man sei bereit, Bear-Stearns-Anteile gegen 0,05473 eigene Aktien zu tauschen. Auf Basis des Schlusskurses vom vergangenen Freitag ergebe dies einen Preis von rund zwei Dollar pro Aktie.

"Hinzu kommt aber nun ein viel größeres Problem für den gesamten Finanzsektor: Die Fed hat offensichtlich derzeit ihre Marktmacht verloren. Trotz einer Diskontsatzsenkung kann der Rutsch an den Märkten nicht gestoppt werden. Die US-Notenbank kann derzeit nur noch lindern, aber die Probleme nicht mehr lösen", sagte der Händler.

Ähnlich äußerte sich ein Analyst. "Was die Fed gemacht hat, war eindeutig eine Notmaßnahme, um eine der größten US-Investmentbanken vor dem Kollaps zu bewahren", sagte der Experte. Allerdings habe damit der Interbanken-Geldmarkt weiteren Schaden genommen - das Vertrauen schwinde weiter. "Solange die Risiken nicht transparent gemacht und alle möglichen Abschreibungen offengelegt werden, helfen die Maßnahmen der Fed nicht". Das Grundübel sinkender Hypothekenpreise und die dadurch mangelnde Kapitalausstattung derer, die diese Hypotheken in den Büchern haben, sei noch nicht beseitigt. "Und mit einer Rezession im Rücken wird es auch schwierig, hier zu einer schnellen Lösung zu kommen. Viel mehr, als weiterhin Liquidität in den Markt zu Pumpen, kann eine Zentralbank hier nicht machen", so der Analyst.

"Die Fed kann die Zinsen zwar noch weiter senken, aber solange sich die Banken untereinander kein Geld leihen, wird die Krise nicht gelöst werden", sagte auch ein weiterer Experte. "Letzte Möglichkeit wäre ein sogenannter Bail out, wie wir ihn in Großbritannien bei Northern Rock gesehen haben. Das wäre allerdings ein Offenbarungseid und ich glaube nicht, dass die Übernahme der Schulden durch die Zentralbank im Moment helfen würde", so sein Fazit.

dr/gr



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