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Di 18. - Do 20. November 2008 - Frankfurt am Main, Messegelände, Halle 5.1

Weltbank und IWF rufen zu Millionen-Nothilfe wegen Hungerrevolten auf

14.04.2008 - WASHINGTON (dpa) - Angesichts von weltweiten Hungerrevolten und Protesten wegen der Preisexplosion von Grundnahrungsmitteln haben Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) zu umfangreicher Nothilfe aufgerufen.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen brauche umgehend 500 Millionen Dollar (316 Millionen Euro), sagte Weltbank-Präsident Robert Zoellick am Sonntag zum Abschluss der Frühjahrstagung beider Organisationen in Washington. Es drohe, dass 100 Millionen Menschen noch tiefer in Armut versänken. Bislang sei lediglich die Hälfte der Summe an die UN überwiesen worden.

In Dutzenden armen Ländern ist es wegen der teuren Nahrung bereits zu Gewalt, Demonstrationen und Plünderungen gekommen. Die Regierung von Haiti ist wegen der Nahrungskrise gestürzt worden. Nach Angaben der Weltbank stiegen die Preise für Lebensmittel weltweit in den vergangenen drei Jahren um 83 Prozent. Als wichtigste Gründe gelten die verstärkte Produktion von Biokraftstoffen, veränderte Ernährungsgewohnheiten in aufstrebenden Ländern wie China und ausgedehnte Dürren etwa in Australien.

 

WELTBANK REAGIERT MIT SOFORTHILFE
Die Weltbank reagierte mit einer Soforthilfe von zehn Millionen Dollar (mehr als 6,3 Millionen Euro) auf die Krise von Haiti. Die multilaterale Entwicklungshilfeorganisation kündigte an, ihre Mittel zum Ausbau der Landwirtschaft in armen Ländern von derzeit 800 Millionen Dollar bis 2011 auf eine Milliarde Dollar aufzustocken.

IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn berichtete, im gemeinsamen Entwicklungsausschuss von Weltbank und Fonds habe ein Minister die Herstellung von Biosprit aus Nahrungsmitteln wie Mais als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" bezeichnet. "Das zeigt, wie groß die Besorgnis bei manchen ist", sagte er. Strauss-Kahn selbst hatte am Samstag vor weiteren Unruhen und Hunderttausenden von Hungernden gewarnt, sollten Lebensmittel weiterhin so teuer bleiben.

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) nannte es "völlig inakzeptabel", dass die hohen Preise vor allem die Armen träfen. "Das ist genau das Gegenteil von dem, was sich die internationale Gemeinschaft vorgenommen hat - nämlich, Armut zu bekämpfen", sagte die deutsche Weltbank-Gouverneurin. Der Entwicklungsausschuss habe sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Biokraftstoffe "unter die Lupe zu nehmen". Weltbank-Chef Zoellick kündigte an, dass die Preisentwicklung auch Thema auf dem Treffen der G8-Finanzminister im Juni in Tokio sein werde.

fb/DP/jkr



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