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Di 18. - Do 20. November 2008 - Frankfurt am Main, Messegelände, Halle 5.1

AUSBLICK: EZB hält Zinsen stabil - Spätere Leitzinssenkung erwartet

05.05.2008 - FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts der immer noch hohen Inflation wird die Europäische Zentralbank (EZB) an diesem Donnerstag (8. Mai) nach Einschätzung von Ökonomen den Leitzins unverändert bei 4,00 Prozent belassen.

EZB-Präsident, Jean-Claude Trichet, dürfte auf der Pressekonferenz nach der Zinsentscheidung in Athen ein deutliches Signal für gleichbleibende Zinsen geben. Angesichts der zuletzt schwachen Konjunkturdaten ist eine Zinserhöhung zunächst kein Thema. Vor dem Hintergrund der zuletzt schwachen Konjunkturdaten prognostizieren die Experten als nächsten Schritt trotz anderslautender EZB-Aussagen eine Zinssenkung. Die US-Notenbank hatte angesichts der Finanzmarktkrise ihren Leitzins seit September 2007 um insgesamt 3,25 Prozentpunkte auf jetzt 2,00 Prozent gesenkt.

"EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wird seinen Kommentar zur Zinsentscheidung kaum verändern", sagt Ökonom Karsten Junius von der DekaBank. "Nachdem sich zuletzt viele EZB-Vertreter sehr scharf geäußert haben, dürfte das Wording von Trichet die Märkte eher beruhigen." Eine Zinserhöhung werde er angesichts der zuletzt enttäuschenden Konjunkturdaten nicht signalisieren. So hatte sich zuletzt eine Reihe von Frühindikatoren wie etwa das ifo-Geschäftsklima eingetrübt. Junius verweist zudem auf die zuletzt gesunkene Inflationsrate in der Eurozone. Im April war die Jahresinflationsrate von 3,6 Prozent im März auf 3,3 Prozent gefallen.

ZWEITRUNDENEFFEKTE BEFÜRCHTET
"Falls die EZB ihre Wortwahl verändert, dann wird sie den Ton verschärfen", sagt Michael Schubert, Volkswirt bei der Commerzbank. So hätten in jüngster Zeit sogar einige Vertreter der EZB das Wort Zinserhöhung in den Mund genommen. Die EZB sei hinsichtlich der Konjunktur relativ optimistisch. Zudem fürchte die EZB sogenannte Zweitrundeneffekten durch Lohnerhöhungen nach den letzten Steigerungen bei Lebensmittel- und Energiepreisen. Schubert verweist hier auf die jüngsten Lohnerhöhungen in Deutschland. "Es kann aber auch gut sein, dass die EZB angesichts der zuletzt schwachen Wirtschaftsindikatoren ihre Wortwahl gar nicht ändert." Die Commerzbank sieht jedoch eine deutlichere Abschwächung der Konjunktur als die EZB. Daher wird die Notenbank laut Schubert den Leitzins Anfang 2009 senken. Die nur langsam zurückkommende Inflationsrate verhindere eine frühere Zinssenkung.

"Der nächste Zinsschritt wird eine Zinssenkung sein", sagt auch DekaBank-Experte Junius. Allerdings dürfte sich die Inflation erst zum Jahresende in Richtung der Zielmarke der EZB bewegen. Die EZB sieht Preisstabilität bei einer Inflation von knapp unter zwei Prozent für gegeben. Die Lohnerhöhungen in Deutschland werden nach Einschätzung von Junius nicht die Inflation in der gesamten Eurozone nach oben treiben. Länder wie Italien, Spanien und Portugal hätten derzeit größere wirtschaftliche Probleme und müssten daher Lohnzurückhaltung üben.

KLARES SIGNAL FÜR UNVERÄDNERTE ZINSEN
"Der Rückgang der Inflation in der Eurozone von 3,6 Prozent auf 3,3 Prozent wird der EZB nicht reichen", sagt Claudia Broyer, EZB-Beobachterin bei der Dresdner Bank. Sie wird ein klares Signal für zunächst unveränderte Zinsen geben. Die Dresdner Bank erwartet frühestens im September eine Zinssenkung.

Der Wachstumsausblick verschlechtert sich ziemlich schnell, sagt Peter Vanden Houte, Volkswirt bei der ING in London. Die EZB sei niemals unsensibel gegenüber dem Wirtschaftswachstum gewesen, aber um ihre Glaubwürdigkeit zu retten, sei ein stärkerer Rückgang der Inflation notwendig.

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