Di 18. - Do 20. November 2008 - Frankfurt am Main, Messegelände, Halle 5.1
Chance oder Krise der IT-Branche?
Die E.B.I.F. präsentiert integrierte Outsourcing-Lösungen vom ersten bis zum letzten Schritt.
Frankfurt, 26. Oktober 2004 - Insgesamt hat die deutsche Wirtschaft bereits IT-Dienstleistungen im Wert von 10 Milliarden Euro verlagert, bis 2008 soll dieser Wert auf 17 Milliarden Euro ansteigen. Doch nicht in jedem Fall ist Outsourcing die Lösung aller Probleme: Management- und Kommunikationsprobleme erschweren den Prozess. Die European Banking & Insurance Fair (E.B.I.F.) präsentiert integrierte Systemlösungen, die solche Fehler vermeiden helfen.
Steigender Kostendruck und der Zwang zu höherer Rentabilität lassen auch die deutschen Banken und Versicherungen zunehmend über die Auslagerung von IT-Leistungen nachdenken. Einer A.-T.-Kearney-Studie zufolge haben europäische Finanzinstitute zwar noch Nachholbedarf in diesem Bereich. Um ihre Profitabilität im internationalen Wettbewerb beibehalten zu können, werden sie mittelfristig aber nicht an diesem strategischen Schritt vorbeikommen. Neben den IT-Services und der Transaktionsabwicklung eignen sich personalintensive Prozesse wie Rechnungswesen und Callcenter besonders für Auslagerungen.
Die drei Möglichkeiten der IT-Auslagerung, Outsourcing, Outtasking und Offshoring werden in Deutschland unterschiedlich stark genutzt. Outsourcing, die Auslagerung von kompletten Geschäftsprozessen, und Outtasking, das zielgerichtete Unterstützen des IT-Betriebs in bestimmten Bereichen, werden von heimischen Unternehmen bisher eher angenommen als das Offshoring, sprich die Verlagerung administrativer Tätigkeiten außer Landes. Gründe dafür sind die Befürchtungen vor Sprachbarrieren und höheren Ausfallzeiten. Shuba Sridhar, Regional Manager bei Torry Harris Business Solutions in Bangalore, Indien, kennt diese Schwierigkeiten aus dem Praxisalltag nicht: "Kulturelle Differenzen und Sprachbarrieren sind Probleme von gestern. Professionelle Offshoring-Dienstleister bieten heute Service in den jeweiligen Landessprachen an und schulen ihre Mitarbeiter entsprechend." Und Arnab Gosh, Chief Technology Officer bei Torry Harris, unterstreicht: "Die wirkliche Herausforderung beim Offshoring ist sicherzustellen, dass sich eine vertrauensvolle, partnerschaftliche Beziehung zwischen Kunden und Outsourcer entwickelt, nicht nur ein Kunde-Lieferant-Verhältnis." In den USA hat sich Offshoring als strategisches Konzept bereits bewährt. Und auch für die europäischen Finanzdienstleister gewinnt das Thema an Relevanz. Laut einer A.-T.-Kearney-Studie lassen sich mittel- und langfristig Einsparpotenziale von bis zu 30 Prozent erwirtschaften. Bislang fehlen in den kontinentaleuropäischen Geld- und Versicherungshäusern allerdings noch die Systemvoraussetzungen für großvolumiges Offshoring.
Inländisches Outsourcing und Outtasking gehören derzeit jedoch schon jetzt zu den wachsenden Bereichen im IT-Sektor. Die Marktforscher von Forrester Research erwarten für Anbieter von IT-Auslagerungsdiensten in diesem Jahr ein Wachstum von 14 Prozent. Bei der Vergabe von Aufgaben an externe Dienstleister können jedoch Schwierigkeiten auftreten: Viele Firmen unterschätzen die zusätzlichen Organisationsanforderungen eines Outsourcing-Prozesses. Jochen Maier, Business Development Manager Advanced Services bei Sun Microsystems, kennt die Gründe: "Unzureichende Vorbereitung auf Kundenseite erschwert häufig eine effektive Auslagerung. Es genügt nicht, die eigenen Probleme an einen Outsourcer zu übergeben." Maier sieht daher momentan die größeren Wachstumschancen beim Outtasking. "Wir erkennen verstärkt den Trend, dass Unternehmen immer häufiger ganz gezielt Partner für einzelne Betriebsbereiche suchen."
Neben dem Einsparpotenzial spielt bei der Entscheidung, Geschäftsprozesse auszulagern, vor allem die neu gewonnene Flexibilität eine wichtige Rolle. "Wir sehen eine zunehmende Zerlegung der bestehenden Wertschöpfungskette, also des Produkt- und Dienstleistungsportfolios in der Finanzindustrie", so Svend Erik Nielsen, Solutions Sales Executive im IBM Financial Services Sector. "Für jede dieser einzelnen Geschäftskomponenten kann ein wirtschaftlich optimales Modell entwickelt und somit Sourcing-Strategien individuell realisiert werden - Insourcing, Outsourcing oder weiterhin Eigenregie." Durch die Auslagerung von Prozessen können die outsourcenden Unternehmen Fixkosten senken und
IT-Leistungen je nach Bedarf abfragen. "Um Make-or-Buy-Entscheidungen treffen zu können, ist auf Unternehmensseite eine maximale Kenntnis der eigenen
IT-Landschaft besonders wichtig. Nur dann kann der Dienstleister mit klaren Anforderungen rechnen", weiß Georg Unbehaun, Unternehmenssprecher der Unilog Systems Integration. Unilog bietet speziell für die Finanzbranche den so genannten RightSourcingCheck, bei dem nach einer Analyse der Kundensituation eine dezidierte Handlungsempfehlung im Rahmen der Sourcing-Strategie gegeben wird.
Speziell im Bereich der Versicherungs-IT ist Outsourcing aufgrund der mangelnden Standardisierung schwierig. Mittelfristig wird aber auch die Assekuranz nicht auf die Verlagerung von Aufgaben an externe Dienstleister verzichten können. Um die nötige Angleichung der Geschäftsprozesse zu erreichen, rät Unbehaun zu einem Sourcing-Management, das alle externen Partner unter einer einheitlichen Regie vereint und die zu erbringenden Dienstleistungen transparent und wirtschaftlich definiert.
Unilog Systems Integration ist, wie auch Torry Harris Business Solutions, Sun Microsystems und IBM auf der diesjährigen European Banking & Insurance Fair vertreten. Auf der Leitmesse für Finanz-IT werden integrierte Outsourcing-Lösungen vom ersten bis zum letzten Schritt präsentiert.


