EBIF
European Banking & Insurance Fair - The European Market Place for Financial Services Solutions
Di 18. - Do 20. November 2008 - Frankfurt am Main, Messegelände, Halle 5.1

Interview mit Thomas Schütz
Geschäftsführer des Fachmesseveranstalters
Messe Frankfurt Ausstellungen.

"Ohne frische Ideen gibt es keine Ertragssteigerung.

Frankfurt, 26. Oktober 2004 - "Kostensenkungen allein machen ein Geldinstitut noch nicht erfolgreich, meint Thomas Schütz, Geschäftsführer der Messe Frankfurt Ausstellungen. Die Finanzindustrie weiß das und braucht Lösungen. Die E.B.I.F. zeigt, was Banker und Versicherer in die Lage versetzt, noch besser zu verkaufen.

Herr Schütz, trotz strikter Sparprogramme stehen deutsche Banken, was Gewinne und Cost-Income-Ratio betrifft, im internationalen Vergleich nicht gut da. Trübt das auch die Perspektiven für die E.B.I.F.?
Keineswegs. Sowohl die Perspektiven für die Finanzwelt als auch die für die E.B.I.F. sind erfreulich. Sehen Sie, Kostensenkungen sind stets nur einer von mehreren Schritten zum Unternehmenserfolg. In der Finanzwelt sind heute Ertragsteigerungen, Prozess- und Produktinnovationen genauso wichtig - übrigens nicht nur für deutsche Institute. Für Banken und Versicherungen bedeutet das, ihre Kunden noch besser kennen zu lernen und zu segmentieren, ihre Produktpalette zu straffen und anzupassen und in persönliche Beratung und Verkauf zu investieren.

Heißt das, zurück zur guten alten Filiale, zur Versicherungsagentur?
Die gute alte Filiale gibt es nicht mehr. Mit der Ausstattung und dem Personalbestand vergangener Jahre sind der persönliche Verkauf und Betreuung einfach zu teuer. Nach wie vor ist der kompetente Kundenberater aber das Wichtigste, was Banken und Versicherungen ihren Kunden zu bieten haben. Wer im Kundengeschäft bleiben will, muss alle Prozesse, die damit nichts zu tun haben, auf den Prüfstand stellen. Damit meine ich: automatisieren oder auslagern. Auf der E.B.I.F. präsentieren sich sowohl Spezialisten für die Rationalisierung der Back-Office-Prozesse als auch erfahrene Outsourcing-Unternehmen.


Damit sind wir wieder beim Kostensenken. Was aber unterstützt Finanzinstitute darin, ihre Erträge zu steigern?
Bessere Kundenkenntnis und Innovationsmanagement. Alle Kundeninformationen, die eine Bank oder eine Versicherung über welchen Vertriebsweg auch immer erhält, müssen just in time verarbeitet werden und abrufbar sein - auch in aggregierter Form. So können Finanzinstitute nicht nur individueller beraten und Cross- und Up-Selling verbessern. Sie erhalten auch ein viel differenzierteres Bild von ihrer gesamten Kundschaft. Für die müssen sie die passenden Produkte bereit halten, und zwar ebenfalls just in time. Schnellere Produktentwicklung ist hier hilfreich, auch der Verkauf von Produkten Dritter. Produkttests in ausgewählten High-Tech-Filialen geben Banken rasch Aufschluss darüber, wie eine Neuerung bei welchen Kunden ankommt. Gerade was beispielsweise Videokonferenzen mit zugeschalteten Finanzspezialisten angeht oder bestimmte Formen der Selbstbedienung, wäre hier noch einiges zu tun.

Zum Innovationsmanagement gehört nicht nur die Frage, was Kunden von morgen wollen. Sondern auch Verantwortliche, die die technologische Plattform für die schnellere Produktentwicklung und ein Umfeld für originelle Ideen schaffen. Internationales Messeflair ist ebenfalls ein solch inspirierendes Umfeld. Wir freuen uns in diesem Jahr besonders über den British Pavilion. Unter seinem Dach zeigen führende britische IT-Spezialisten ihre Neuentwicklungen.

Welche Themen sind in diesem Jahr außerdem wichtig?
Aus aktuellem Anlass natürlich Risikomanagement - die neuen Eigenkapitalrichtlinien des Baseler Ausschusses werfen ihre Schatten voraus. Aber auch die Eigengeschäfte der Finanzinstitute verlangen nach anspruchsvolleren Lösungen des Risikomanagements. Im Zuge der Terrorbekämpfung werden außerdem die Regeln gegen Geldwäsche immer strikter. Dazu bieten einige unserer Aussteller neue Tools an. Nicht zuletzt geht es auf der E.B.I.F. und dem Fachkongress um attraktive Geschäftsfelder wie Altersvorsorge und Wealth Management, um Zahlungsverkehr im erweiterten Europa und um Standardisierung bei Banken und Versicherungen.

Im nächsten Jahr verschiebt sich der Messetermin.
Ja, die gesamte Euro Finance Week mit ihrem Herzstück E.B.I.F. findet vom 14. bis 18. November 2005 statt, weil sie mit dem renommierten European Banking Congress, kurz EBC, zusammengelegt wird. Zum EBC finden sich rund 1000 Gäste aus der internationalen Finanzwelt in Frankfurt ein. So erhält auch die Euro Finance Week ein stärkeres finanzpolitisches Gewicht, und die EBC-Gäste können sich auf der E.B.I.F. über Technologietrends informieren. Glücklicherweise macht auch die LinuxWorld Conference & Expo die Terminverschiebung mit. Sie findet seit drei Jahren parallel zur E.B.I.F. statt - ein Plus für die Teilnehmer beider Messen.

Darüber hinaus werden wir die E.B.I.F. und den Fachkongress der Euro Finance Week noch enger miteinander verzahnen. Die E.B.I.F. findet 2005 wieder in den Hallen 5 und 6 statt, sodass die Wege zwischen Messe und Fachkongress kurz sind. Die aktuellen Fragen der Branche zu diskutieren und die Antworten gleich nebenan auf der Messe zu finden - das ist ideal.